Choo Choo Panini

Mit schweren, leicht düsteren Bläsern geht sie los, diese CD. Aber rasch stellt sich eine beschwingte Leichtigkeit ein, die schließlich alle zwölf Titel von „Moon Ray“ prägt. Schon Ella Fitzgeralds Ohrwurm „A Tisket A Tasket“ tänzelt leichtfüßig durch den Gehörgang und bringt das Tanzbein gleich mal zum Zucken. Aber „Choo Choo Panini“ verstehen sich ja auch als Tanzband der goldenen Ära des Swing. Da ist es praktisch, dass die „bpm“, die beats per minute, hinter jedem Song dieser Einspielung angegeben sind. 

Nat King Coles „Straighten Up and Fly Right“ liefert ebenso feinsten Kopfnicker-Swing wie „Call the Police“ aus der Feder des gleichen Komponisten. Die zwölf mal mehr, mal weniger populären Jazzklassiker, die sich „Choo Choo Panini“ hier herausgesucht und mit Unterstützung von LindyPott, der Lindy Hop-Community im Ruhrgebiet, auf diesem Tonträger verewigt haben, machen allesamt gute Laune. Weil sie munter und locker swingen. Weil sie von der unaufgeregten und doch anregenden Stimme von Nelly Köster mit viel Nonchalance gesungen werden. Und weil sie musikalisch von Gitarrist Radek Fedyk, Pianist Roman Babik, Bassist Nils Imhorst und Schlagzeuger Patrick Hengst schön schlank gehalten und doch im gleichen Moment hübsch verziert werden.

Zuhause bei Nelly Köster standen sie alle im Plattenregal der Mutter, die Vinylscheiben von Ella Fitzgerald oder Glenn Miller. Der Jazz-Virus dringt ein. Irgendwann macht die studierte Theaterpädagogin einen Lindy Hop-Tanzkurs und die Begeisterung darüber, dass Leute zum Jazz tanzen, wächst. Während ihres Studiums in Arnheim trifft sie den gebürtigen Polen Radek Fedyk, der dort Gitarre und Trompete studiert. Auf einer Party trifft man sich wieder. Radek wohnt inzwischen im Ruhrgebiet, Nelly auch wieder. Auf Lindy Hop-Tanzpartys spielt man gemeinsam, der Community gefällt´s. So sehr, dass sie vorschlagen, eine CD-Produktion, nämlich diese hier, zu finanzieren.       

„Lindy Hop approved“ steht auf Front- und Backcover dieses Silberlings. Wie wahr, zum Tanzen taugt diese Platte. Aber auch einfach zum Zuhören. Möchte man doch ein kleines Härchen in der musikalischen Suppe dieser CD finden, dann dieses: Dass nach knapp 36 Minuten mit dem superlässig interpretierten „Lullaby Of Birdland“ schon Schluss ist mit dieser erfreulich frisch klingenden Nostalgie. (Christoph Giese)

 

                                                                                                               

 
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Discography

  • Moon Ray by Choo Choo Panini
    Moon Ray (2013)